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Rock in Rio 2011 – 700.000 Rockfans, über 70 Bands und 7 tolle Tage PDF Drucken E-Mail
News - Südamerika-News

Bilanz eines Megaevents

Nach 10 Jahren kam das große Rockfestival endlich wieder zu seinen Wurzeln zurück. Eigens dafür wurde in Rio de Janeiro ein riesiges Festivalgelände neu erbaut, das nun auch anderen Events dienen wird. Eines ist jetzt schon sicher – das Megafestival kommt 2013 und 2015 wieder nach Rio zurück. In der Zwischenzeit wird es aber auch wieder in Lissabon und Madrid stattfinden.

700.000 Besucher an 7 Festivaltagen stellten eine Herausforderung an alle Beteiligten.

Hier eine Bilanz aus den Bereichen Gastronomie, Hygiene, Sicherheit, Transport und medizinische Versorgung:

Gastronomie. Die brasilianische Fast-Food-Kette Bob’s verkaufte insgesamt 448.000 Hamburger, davon an einem einzigen Veranstaltungstag sogar 79.112 Stück, womit gleichzeitig ein 26 Jahre alter Rekord gebrochen wurde. Im ersten Veranstaltungsjahr 1985 hatte McDonald’s nämlich 58.175 Hamburger an einem Tag verkauft und kam damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Außerdem wurden in diesem Jahr 21.000 Burritos, 25.522 Portionen Pasta und 55.783 Pizzen an die Besucher verkauft. Neben den Unmengen an Wasser und Erfrischungsgetränken flossen allein 700.000 Liter Bier von einer niederländischen Großbrauerei in durstige Kehlen.

Ordnung und Hygiene. All dies verursachte natürlich Unmengen von Müll. Laut Veranstalter sind 381 Tonnen Müll angefallen. Leider landete davon nur ein kleiner Teil in den 800 aufgestellten Mülltonnen. Daneben herrschten wohl auch in den sanitären Anlagen kritische Verhältnisse. An einem Veranstaltungstag traten nach starken Regenfällen die Abwässer an die Oberfläche. Man hatte auf chemische Toiletten verzichtet und eigene Anlagen aufgebaut, wodurch es in diesen Bereichen extrem nach Urin stank. Viele männliche Besucher wollten sich nicht an den langen Warteschlangen vor den Pissoires anstellen und zogen es vor, sich an der gegenüberliegenden Mauer zu erleichtern. Die Folge waren Seen aus Urin. Sehr zum Unmut der übrigen Besucher(innen). Obwohl die Gesundheitsbehörden alles rundherum registrierten und dem Veranstalter Bußgelder auferlegten, änderte dies nichts an der Situation.

Sicherheit. Gleich am ersten Veranstaltungstag kam es zu zahlreichen Taschendiebstählen und auch außerhalb der „Cidade do Rock“ zu Raubüberfällen. Abgesehen hatten es die Täter weniger auf Geld und Handys, als auf die beliebten Eintrittskarten, die bereits lange im Voraus ausverkauft waren. Polizei und Sicherheitsleute wurden daraufhin verstärkt. Allerdings löste das nicht  das Problem. Es wurden auch danach trotzdem noch sehr viele Taschendiebstähle angezeigt. Alles in allem war es jedoch ein sehr friedliches Musikfestival.

Erste Hilfe. Auch die Rettungsleute hatten alle Hände voll zu tun. 8.600 Besucher mussten medizinisch versorgt werden, ob nur mit einer Kopfschmerztablette oder mit anschließender Versorgung im Krankenhaus. Diese mussten 45 Personen in Anspruch nehmen, jedoch waren nur 3 Fälle lebensbedrohlich: eine Lungenembolie, ein Schlaganfall und ein Herzstillstand.

Transport und Verkehr. Trotz genauestens geplantem Transportsystem durch weiträumige Absperrungen und zahlreiche Sonderbusse brach auf den Straßen jeden Tag erneut das Chaos aus und der Verkehr zusammen. Taxis boten da leider auch keine Alternative gegenüber den endlos überfüllten Bussen. Zuerst befand sich der Taxistand eine halbe Stunde von dem Festivalgelände entfernt und als sie dann endlich näher heranfahren durften, verlangten sie überdimensionale Preise und weigerten sich, den normalen Tarif anzuwenden. Das Transportproblem wolle man bis 2013 jedoch in den Griff bekommen. Dann würde auch das Schnellbus-System endlich im Einsatz sein, das sich momentan noch im Bau befindet.

Fazit: 92% von 700 Befragten an 7 Veranstaltungstagen würden das Rockfestival wieder besuchen. Das ist doch ein tolles Ergebnis. Und für die größten Fans des Spektakels hat sich der Veranstalter etwas ganz Besonderes ausgedacht: Für 32 Euro kann man Mitglied im „Rock in Rio Club“ werden und sich damit Rechte am Ticketvorverkauf für 2013 sichern, 20% Rabatt auf alle Fanartikel von Rock in Rio bekommen sowie 15% Rabatt auf Eintrittskarten für die Festivals in Lissabon und Madrid erhalten. Von diesen Mitgliedskarten wurden bereits 15.000 verkauft. Insgesamt eine positive Bilanz für das größte Rockfestival der Welt.